Keine politische Werbung mehr auf Meta – der Grund und die Auswirkungen

Ab 01.10.2025 kann auf der Werbelandschaft rund um Meta (u.a. Facebook, Instagram, Threads) keine politische Werbung mehr geschaltet werden. Konkret betrifft die Änderung nicht nur politische Werbung, sondern auch „Werbung zu gesellschaftlich relevanten Themen“. Damit geht ein wesentlicher Marketingkanal für Politiker verloren.  

EU-Verordnung tritt ab 01.10.2025 vollständig in Kraft:

Die EU-Verordnung „Transparency and Targeting of Political Advertising“, kurz TTPA genannt, soll ab Oktober 2025 vollständig gelten. Es handelt sich um ein Regelwerk, welches Onlineplattformen in Bezug auf politische und gesellschaftlich relevante Themen zu mehr Transparenz auffordert. Neben der konkreten Deklaration von Herausgebern, gezahlten Geldbeträgen und Informationen zu einer etwaig mit den Anzeigen verbundenen Wahl sind die Regelungen der individuellen Zielgruppenansprache verschärft worden. Auch sollen alle veröffentlichten Anzeigen in einem neuen europäischen Onlinearchiv landen.

Meta steigt aus – Google ist es schon.

Die mit TTPA verbundenen Anforderungen stellen Meta vor „erhebliche operative Herausforderungen und Rechtsunsicherheiten“, eine Umsetzung der Vorgaben sei nicht machbar. Als Konsequenz stellt Meta die Möglichkeit, politisch motivierte Werbung auf den eigenen Plattformen schalten zu können, zum 01.10.2025 ein. Damit folgt der Konzern Google: Seitens der Suchmaschine wurde bereits im November 2024 angekündigt, politische Werbeanzeigen ab Herbst 2025 aus seinen Kanälen (Suchmaschine und YouTube) zu verbannen.

Zwischen Zensur und Meinungsfreiheit

Die EU-Verordnung ist die logische Konsequenz aus verschiedenen Vorkommnissen der Vergangenheit: Der Skandal rund um die Analysefirma Cambrigde Analytica und die damit verbundenen Zusammenhänge auf die US-Wahl im Jahr 2016 oder die wiederholte Präsidentschaftswahl in Rumänien nach geheimdienstlicher Feststellung russischer Wahleinmischung via TikTok sind gute Gründe, warum die EU-Verordnung richtig und wichtig ist. Die Stimmen, die eine mögliche Überregulierung in den Raum stellen, da die EU-Verordnung für die Plattformen scheinbar nicht umsetzbar ist, sind ebenfalls nachvollziehbar. Doch egal, wie man sich persönlich positioniert: An der EU-Verordnung oder der damit verbundenen Abschaltung von politisch motivierter Werbung im Internet wird es nichts ändern.

Das bedeutet die Änderung für politisch Aktive

Organische Reichweite gewinnt einen nie da gewesenen Stellenwert. Politiker und Parteien sind nun aufgefordert, aktiver in den sozialen Medien aufzutreten. Geld und damit verbundener Einfluss mittels Werbeanzeigen sind nicht mehr möglich. Für den Nutzer bedeutet es unter Umständen mehr Informationen „aus erster Hand“ bzw. qualitativ hochwertigere Inhalte.

Wir sind gespannt, wie sich Marketingmaßnahmen rund um Partei und Politik nun verändern werden!

Über den Autor

Tim ist der SEO-Experte hier bei Lahntec. Seit 2002 im Bereich Suchmaschinenoptimierung und Google Ads unterwegs.

Gib hier deine Überschrift ein